Amsel – Der frühe Sänger in Garten und Park
Allgemein
Aussehen
Die Amsel ist vollständig tiefschwarz gefärbt und besitzt einen auffälligen gelb‑orangenen Schnabel sowie einen gelben Augenring.
Weibchen sind dagegen bräunlich gefärbt und zeigen eine hellere, oft leicht gefleckte Brust.
Jungvögel ähneln den Weibchen, besitzen jedoch meist eine deutlich gesprenkelte Brust.
Die kräftigen Beine und der mittellange Schwanz verleihen der Amsel ein typisches drosselartiges Erscheinungsbild.
Verbreitung
Die Amsel ist in großen Teilen Europas, Nordafrikas und Westasiens verbreitet.
In Deutschland kommt sie nahezu flächendeckend vor und zählt zu den häufigsten Brutvögeln.
In Mitteleuropa sind viele Amseln Standvögel, während Nord- und Osteuropäische teilweise in südlichere Regionen ziehen (vor allem Jungvögel - Oktober/November).
Lebensraum
Ursprünglich bewohnte die Amsel vor allem dichte Laub‑ und Mischwälder mit reichlich Unterwuchs. Während Waldpopulationen früher überwogen, hat sich die Art seit dem 19. Jahrhundert stark an Städte und Siedlungen angepasst.
Heute findet man sie besonders häufig in Parks, Gärten, Friedhöfen und städtischen Grünanlagen.
Wichtig sind Sträucher oder Hecken zum Brüten sowie offene Bodenflächen, auf denen sie nach Nahrung suchen kann.
Brut
Nest: napfförmiges Nest aus Gras und Erde in Sträuchern, Bäumen, Spalieren, auf Dachbalken oder sogar auf Balkonen in Blumenkästen
Balzzeit: Februar-April
Brutzeit: März-August
Bruthäufigkeit: 2-3 Bruten mit 3-6 Eiern
Brutdauer: 12-14 Tage
Nestlings-/Ästlingszeit: 13-15 Tage
Nahrung
Die Amsel ernährt sich vor allem in der Brutzeit von Regenwürmern, Insekten und anderen wirbellosen Tieren, die sie am Boden sucht.
Im Herbst und Winter spielen Beeren und Früchte eine größere Rolle in der Nahrung.
Selten erbeutet sie auch Lurche, Eidechsen und kleinere Mäuse.
Mit ihrem guten Gehör kann sie sogar Würmer unter der Erde orten.
Beobachtungstipp
Die Amsel gehört zu den frühesten Sängern des Tages und beginnt ihren Gesang oft schon vor Sonnenaufgang. In Städten singt sie aufgrund der Beleuchtung und Geräuschkulisse häufig früher und länger als ihre Artgenossen in ländlichen Gebieten.
Sehr häufig in Gärten, Parks und Heckenlandschaften zu beobachten.
Tagsüber zumeist hüpfend am Boden auf Nahrungssuche.
Besonders auffällig ist der melodische Gesang der Männchen, der oft von erhöhten Singwarten wie Hausdächern oder Baumspitzen vorgetragen wird.
Auch das typische Rascheln im Laub verrät oft eine nach Würmern suchende Amsel.