Waldkauz – Nächtlicher Jäger mit rundem Kopf
Allgemein
Aussehen
Der Waldkauz ist eine mittelgroße, kompakte Eule mit breiten, runden Flügeln und großem Kopf ohne Federohren. Das Gefieder ist meist graubraun oder rötlichbraun gemustert und hervorragend an Baumrinde angepasst. Auffällig sind die großen, dunklen Augen und die helle Gesichtsscheibe. Die breite, gerundete Flügelform und der kurze Schwanz unterstützen den lautlosen Flug im dichten Wald. Durch seine Tarnfärbung ist der Waldkauz tagsüber an seinem Ruheplatz nur schwer zu entdecken.
Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich kaum, Weibchen sind meist etwas größer. Jungvögel besitzen ein flauschiges, helles Daunenkleid.
Verbreitung
Weltweit ist der Waldkauz in weiten Teilen Europas sowie in Westasien und Nordafrika verbreitet.
In Deutschland kommt er nahezu flächendeckend vor und fehlt lediglich in großflächig waldarmen oder stark ausgeräumten Agrarlandschaften.
Als ausgeprägter Standvogel bleibt er ganzjährig in seinem Revier und zeigt eine hohe Standorttreue.
Seine Verbreitung hängt eng mit dem Vorhandensein alter Baumbestände und geeigneter Höhlenstrukturen zusammen.
Lebensraum
Der Waldkauz bevorzugt strukturreiche Laub‑ und Mischwälder mit alten Bäumen und Höhlenangebot.
Er besiedelt ebenso Parks, Friedhöfe und größere Gärten in Siedlungsnähe.
Entscheidend sind geeignete Brutplätze sowie ein ausreichendes Nahrungsangebot.
Brut
Nest: kein eigenes Nest, sondern Nutzung von Baumhöhlen, alte Krähennestern, Nistkästen oder Gebäudenischen.
Brutzeit: Februar - April
Bruthäufigkeit: 1 Brut mit 2–5 Eiern
Brutdauer ca. 28-30 Tage
Die Jungenvögel verlassen das Nest, bevor sie flugfähig sind. Diese sogenannten „Ästlinge“ klettern in der Umgebung umher und werden dort weiter von den Eltern versorgt. In dieser Phase wirken sie oft scheinbar hilflos am Boden oder auf Ästen, was jedoch ein normales Verhalten ist.
Bei gutem Nahrungsangebot können deutlich mehr Jungvögel erfolgreich aufgezogen werden als in mäusearmen Jahren.
Nahrung
Die Nahrung besteht überwiegend aus Mäusen und anderen Kleinsäugern.
Ergänzend werden Vögel, Amphibien, Insekten und Regenwürmer erbeutet.
Der Waldkauz jagt überwiegend aus dem Ansitz. Dabei sitzt er ruhig auf einem Ast oder einer erhöhten Stelle und lauscht aufmerksam auf Bewegungsgeräusche am Boden. Dank seines sehr feinen Gehörs kann er selbst Mäuse unter Laub oder Schnee genau orten.
Hat er eine Beute erfasst, gleitet er lautlos im kurzen Gleitflug herab und greift sie mit den Fängen. Seltener sucht er seine Beute auch im langsamen Suchflug über offenen Flächen oder am Waldrand.
Bei Schneelage jagt er bevorzugt an offenen Stellen, Waldrändern oder entlang von Wegen, wo Beute leichter erreichbar ist.
Beobachtungstipp
Am ehesten wird der Waldkauz durch seinen markanten Ruf in der Dämmerung und Nachts wahrgenommen. Besonders in der Paarungszeit im Spätwinter sind die Rufe weithin hörbar.
Tagsüber sitzt er gut getarnt in dichten Baumkronen, Baumhöhlen oder an Stammlehnen alter Bäume.
Gute Chancen bestehen in alten Parks, Friedhöfen und strukturreichen Wäldern.
Nistkästen werden ebenfalls gerne angenommen und können gezielt beobachtet werden.