Rebhuhn – Der heimliche Bewohner der Feldflur

Allgemein

Aussehen

Das Rebhuhn besitzt einen gedrungenen, rundlichen Körper, kurze Beine und einen kurzen Schwanz. Die Oberseite ist überwiegend graubraun und fein gemustert, wodurch der Vogel in trockener Vegetation und zwischen Ackerpflanzen hervorragend getarnt ist. Gesicht und Kehle zeigen warme rost- bis orangebraune Farbtöne, während die Brust überwiegend grau gefärbt ist.

Besonders auffällig ist beim erwachsenen Männchen der dunkelbraune bis kastanienfarbene hufeisenförmige Brustfleck, der beim Weibchen meist kleiner und weniger deutlich ausgeprägt ist oder fehlen kann. Beide Geschlechter besitzen eine braunrote Zeichnung an Kopf und Flanken sowie charakteristische Querbänder an den Seiten.

Jungvögel sind insgesamt matter gefärbt und stärker gelblich-braun getönt, wodurch sie in der Vegetation besonders schwer zu erkennen sind..

Verbreitung

Das Rebhuhn ist in weiten Teilen Europas sowie in Teilen West- und Zentralasiens verbreitet.

In Deutschland kommt es vor allem in landwirtschaftlich geprägten Regionen mit geeigneten Strukturen vor, ist jedoch durch den starken Rückgang geeigneter Lebensräume vielerorts deutlich seltener geworden.

Rebhühner sind überwiegend Standvögel und bleiben meist ganzjährig in ihrem Brutgebiet.

Bei starkem Schneefall oder ungünstigen Bedingungen können sie kleinräumig ausweichen, führen aber keine ausgeprägten saisonalen Wanderungen durch.

Lebensraum

Rebhühner bevorzugen offene, strukturreiche Landschaften mit einem Wechsel aus Ackerflächen, Wiesen, Brachen, Feldrainen, Hecken und niedriger Vegetation.

Wichtig sind Bereiche, in denen sie ausreichend Deckung finden, gleichzeitig aber freie Flächen zur Nahrungssuche zur Verfügung stehen.

Besonders günstig sind extensiv bewirtschaftete Felder mit Wildkrautstreifen und ungestörten Randbereichen.

Dichte Wälder und großflächig intensiv bewirtschaftete Agrarflächen werden dagegen weitgehend gemieden.

Im Winter suchen Rebhühner gerne schützende Hecken, Brachen und dicht bewachsene Feldränder auf.

Entwicklung

Die Küken schlüpfen weit entwickelt und verlassen das Nest bereits kurz nach dem Schlupf, weshalb das Rebhuhn zu den Nestflüchtern gehört.

Sie können von Beginn an laufen und folgen der Henne bei der Nahrungssuche. In den ersten Lebenswochen benötigen sie besonders viele Insekten und andere kleine Wirbellose, bevor der pflanzliche Anteil ihrer Nahrung zunehmend größer wird.

Beide Eltern führen und schützen die Küken, die bereits nach etwa zwei Wochen kurze Flatter- und Flugbewegungen ausführen können.

Nach ungefähr fünf bis sieben Wochen sind die Jungvögel weitgehend selbstständig und erreichen ihre Geschlechtsreife im folgenden Frühjahr.

Brut

Die Balz beginnt bereits im späten Winter und frühen Frühjahr, wenn sich die späteren Brutpaare bilden.

Männchen verteidigen ihr Revier und zeigen gegenüber Artgenossen ein auffälliges Droh- und Imponierverhalten, während die Paarbindung durch enge gemeinsame Bewegungen und Rufe gefestigt wird.

Die Brutzeit reicht in Deutschland meist von April bis Juli, wobei gewöhnlich eine Brut pro Jahr stattfindet.

Das Weibchen legt meist 10–20, häufig etwa 15 Eier in eine gut versteckte Bodenmulde, die mit Gräsern und Pflanzenmaterial ausgekleidet wird.

Die Brutdauer beträgt etwa 23–25 Tage, wobei überwiegend das Weibchen brütet und das Männchen in der Nähe bleibt und das Revier bewacht.

Nahrung

Ausgewachsene Rebhühner ernähren sich hauptsächlich pflanzlich. Sie fressen Samen von Wildkräutern und Gräsern, Getreidekörner, Blätter, Knospen und andere Pflanzenteile.

Während der Aufzucht haben tierische Nahrung und insbesondere kleine Wirbellose eine entscheidende Bedeutung.

Die Küken benötigen in den ersten Lebenswochen zahlreiche Insekten, Spinnen und andere Kleintiere, um ausreichend Eiweiß für ihr schnelles Wachstum aufzunehmen.

Rebhühner suchen ihre Nahrung überwiegend am Boden und bewegen sich dabei häufig langsam durch niedrige Vegetation.

Besonderheiten

Rebhühner verbringen außerhalb der Brutzeit häufig mehrere Monate in Familienverbänden, die als Ketten bezeichnet werden.

Bei Gefahr versuchen sie zunächst, sich vollständig auf ihre Tarnfärbung zu verlassen und bleiben regungslos in der Vegetation sitzen.

Erst wenn ein Beobachter sehr nahe kommt, fliegen sie mit kräftigen, schnellen Flügelschlägen auf und landen meist schon nach kurzer Strecke wieder in Deckung.

Im Winter können sich mehrere Rebhühner eng aneinanderdrängen, um Wärme zu sparen.

Die Art gilt als wichtiger Anzeiger für die Qualität strukturreicher Agrarlandschaften, da sie besonders unter dem Verlust von Feldrainen, Brachen und artenreichen Wildkrautbeständen leidet.

Beobachtungstipp

Rebhühner leben sehr verborgen und werden häufiger gehört als gesehen.

Gute Chancen bestehen in strukturreichen Feldlandschaften mit Brachen, niedrigen Hecken und extensiv bewirtschafteten Wiesen, besonders in den frühen Morgen- und Abendstunden.

Oft verraten erst die charakteristischen Rufe oder eine plötzlich auffliegende Gruppe ihre Anwesenheit.

Bei einer vorsichtigen Annäherung sollte ausreichend Abstand gehalten werden, damit die Tiere nicht unnötig aufgescheucht werden.

Verbreitungskarte