Bartmeise – eleganter Schilfbewohner mit Schnurrbart
Allgemein
Aussehen
Die Bartmeise ist ein kleiner, schlanker Vogel mit langem hellbraunem Schwanz. Die Männchen besitzen ein warm beigefarbenes Gefieder, einen blaugrauen Kopf und auffällige schwarze „Bartstreifen“ an den Wangen, welche ihr den Namen geben.
Den Weibchen fehlt keine Bartzeichnung und der blaugraue Kopf. Sie sind insgesamt schlichter gefärbt mit bräunlicherer Tönung.
Jungvögel ähneln den Weibchen, zeigen jedoch dunklere Rückenzeichnung.
Die Bartmeise erinnert zwar im Aussehen an echte Meisen, ist aber tatsächlich näher mit den Lerchen verwandt und bildet eine eigene Familie.
Verbreitung
Die Bartmeise ist in Europa und Teilen Asiens verbreitet. Ihr Vorkommen ist jedoch stark an geeignete Schilfgebiete gebunden.
In Deutschland kommt zerstreut, aber lokal häufig in geeigneten Habitaten vor. Sie vor allem an größeren Seen, Flussauen oder in Feuchtgebieten zu finden.
Viele Populationen sind standorttreu, können aber bei Nahrungsmangel kurzstreckige Wanderbewegungen unternehmen.
Lebensraum
Die Bartmeise lebt fast ausschließlich in ausgedehnten Schilfröhrichten. Besonders geeignet sind große Feuchtgebiete mit dichtem Röhrichtbestand und offenen Wasserflächen wie etwa an Seen, Altwassern oder Flachmooren.
Dort bewegt sie sich geschickt zwischen den Halmen und klettert häufig an den Schilfstängeln entlang.
In frostigen Wintern kann sie empfindlich reagieren, was zu starken Bestandsschwankungen führt
Brut
Nest: bodennah oder knapp über der Wasseroberfläche, häufig von oben mit Halmen abgedeckt
Balzzeit: März-April
Brutzeit: April-Juli
Bruthäufigkeit: 2 Bruten mit 4-7 Eier
Brutdauer: 12-14 Tage
Nestling-/Ästlingszeit: 10-14 Tage
Sie brütet kolonieweise in ausgedehnten Schilfflächen
Nahrung
Im Frühjahr und Sommer ernährt sich die Bartmeise hauptsächlich von Insekten und Spinnen.
Im Herbst und Winter stellt sie ihre Nahrung weitgehend auf Schilfsamen um. Dabei können sie geschickt an den Halmen hängen und die Samen aus den Rispen herauslösen.
Die Bartmeise ist ein herausragendes Beispiel für jahreszeitlich angepasste Nahrung, da für das Verdauen der harten Schilfsamen ihr Verdauungssystem vorübergehend eine stärkere Muskelmagenstruktur bildet, die beim Zermahlen der Samen hilft.
Beobachtungstipp
Am besten in großen Schilfgebieten zu beobachten.
Oft verraten die hellen, klingenden „ping“-Rufe ihre Anwesenheit.
Besonders im Winter ziehen kleine Trupps durch das Röhricht und sind dann manchmal kurz auf Schilfspitzen zu sehen.
Zumeist Frühmorgens bei Windstille an größeren Schilfflächen zu entdecken