Austernfischer – Charaktervogel der Nordsee
Allgemein
Aussehen
Der Austernfischer besitzt ein kontrastreiches schwarz‑weißes Gefieder mit schwarzem Kopf, schwarzem Rücken und weißer Unterseite. Charakteristisch sind der lange, kräftige, leuchtend rote Schnabel sowie die rosa bis rötlichen Beine. Die Augen wirken durch den roten Augenring besonders auffällig.
Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich kaum, wobei der Schnabel der Weibchen meist etwas länger ist. Jungvögel sind matter gefärbt und zeigen hellere Säume an den Federn.
Verbreitung
Weltweit besiedelt der Austernfischer vor allem die Küsten Europas und Westasiens
In Deutschland liegt sein Schwerpunkt an Nord‑ und Ostsee, zunehmend brütet er jedoch auch im Binnenland.
Er gilt als Teilzieher, wobei viele Vögel ganzjährig an den Küsten verbleiben und dort überwintern.
Lebensraum
Der Austernfischer lebt vor allem in Küstenregionen, im Wattenmeer und auf vorgelagerten Inseln.
Zur Brutzeit nutzt er offene, übersichtliche Flächen wie Salzwiesen, Dünenbereiche, Wiesen und auch Äcker im Binnenland. Wichtig sind störungsarme Brutplätze sowie nahe gelegene Nahrungsgebiete.
Außerhalb der Brutzeit hält er sich häufig in großen Trupps an Küsten und Wattflächen auf.
Brut
Nest: flache Mulde am Boden
Brutzeit: April-Juni
Bruthäufigkeit: 1 Brut mit 2–4 Eiern
Brutdauer ca. 24-27 Tage
Nahrung
Der Austernfischer ernährt sich hauptsächlich von Muscheln, Schnecken und Würmern, die er mit seinem kräftigen Schnabel aufbricht oder aus dem Boden zieht.
Im Wattenmeer sucht er bei Ebbe aktiv nach Nahrung, im Binnenland frisst er auch Regenwürmer und Insekten.
Die Nahrungssuche erfolgt meist laufend und stochernd am Boden.
Beobachtungstipp
Gut an Küsten und im Wattenmeer zu beobachten
Auffällig durch laute Warnrufe
Oft paarweise oder in Trupps
Im Binnenland gelegentlich auf Wiesen und Äckern