Reh – Anpassungskünstler zwischen Wald und Feld
Allgemein
Aussehen
Das Reh ist ein zierliches, schlank gebautes Tier mit langen, feinen Läufen und einem relativ kleinen Kopf. Das Sommerfell ist rötlichbraun gefärbt, im Winter geht es in ein dichteres, graubraunes Haarkleid über. Auffällig ist der helle Spiegel am Hinterteil, der besonders beim flüchtenden Tier gut sichtbar wird. Die Böcke tragen ein kurzes, meist dreisprossiges Geweih, das jährlich abgeworfen und neu gebildet wird.
Weibchen und Jungtiere sind etwas kleiner und tragen kein Geweih.
Verbreitung
In weiten Teilen Europas, Deutschlands sowie bis nach Westasien verbreitet
Das Reh lebt überwiegend einzelgängerisch oder in kleinen Gruppen und nutzt feste Streifgebiete, deren Größe je nach Nahrungsangebot und Jahreszeit variiert.
Lebensraum
Das Reh besiedelt vor allem lichte Laub- und Mischwälder, Waldränder, Feldgehölze sowie strukturreiche Agrarlandschaften mit Wiesen und Hecken. Besonders häufig hält es sich in Übergangsbereichen zwischen Wald und Offenland auf, wo Nahrung und Deckung dicht beieinanderliegen. Es nutzt je nach Jahreszeit unterschiedliche Streifgebiete und bevorzugt kleinräumige, strukturreiche Areale. Als anpassungsfähiger Kulturfolger kommt es heute auch in intensiv genutzten Landschaften regelmäßig vor, wobei Verbreitung und Bestandsentwicklung eng mit der modernen Landwirtschaft und dem Jagddruck verknüpft sind.
Fortpflanzung
Brunftzeit: Juli–August
Setzzeit: Mai–Juni
Nachwuchs: meist 1, selten 2 Kitze
Tragzeit: etwa 9–10 Monate
Keimruhe (bis Dezember): Nach der Befruchtung ruht die Embryonalentwicklung mehrere Monate und setzt erst im Winter wieder ein.
Nahrung
Kräuter, Gräser
Blätter und Triebe
Knospen und Rinde
Landwirtschaftliche Kulturen
Im Winter vermehrt Gehölzknospen
Beobachtungstipp
Am ehesten in der Dämmerung aktiv
Häufig an Waldrändern und Wiesen
Scheu und aufmerksam, flüchtet früh
Im Frühjahr und Sommer gut sichtbar
Im Winter oft in kleinen Gruppen