Graugans – Die wilde Stammform der Hausgans

Allgemein

Aussehen

Die Graugans ist eine große, kräftig gebaute Gans mit überwiegend graubraunem Gefieder und einer helleren Unterseite. Auffällig sind der kräftige, orangefarbene Schnabel sowie die ebenfalls orangefarbenen Beine. Der Körper wirkt massig, der Hals relativ lang und der Kopf groß. Im Flug zeigen sich breite Flügel und ein ruhiger, kraftvoller Flügelschlag.

Männchen und Weibchen sehen sich sehr ähnlich, wobei Männchen meist etwas größer sind.

Jungvögel sind insgesamt matter gefärbt und weniger kontrastreich.

Verbreitung

Die, als Stammform der Hausgans geltende, Graugans ist in weiten Teilen Europas sowie in Teilen West- und Zentralasiens verbreitet.

In Deutschland kommt sie flächendeckend vor und hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen.

Viele Bestände sind heute Standvögel oder unternehmen nur noch kurze Wanderungen, während andere Populationen weiterhin als Zugvögel unterwegs sind.

Lebensraum

Die Graugans bevorzugt Seen, Flüsse und Feuchtgebiete mit flachen Uferzonen. Gerne hält sie sich auch auf Wiesen, Viehweiden und Stoppelfeldern auf.

Wichtig sind ruhige Brutplätze im Schilf oder in dichter Vegetation sowie offene Flächen zur Nahrungssuche.

Auch in Parkanlagen und an Stadtrandgewässern ist die Art häufig anzutreffen.

Brut

Nest: Bodenbrüter im Schilf oder Uferbereich

Balz: Februar-April

Brutzeit: März-Mai

Bruthäufigkeit: 1 Brut mit 4–6 Eiern

Brutdauer: 27-29 Tage

Nest-/Ästlingszeit: 50-60 Tage

Graugänse bleiben meist für lange Zeit zusammen, zum Teil auch lebenslang.

Nahrung

Die Graugans ernährt sich überwiegend pflanzlich. Hauptbestandteile sind Gräser, Kräuter und Wasserpflanzen.

Häufig grast sie auf Wiesen oder auf landwirtschaftlich genutzten Flächen und sucht dort nach energiereicher Nahrung.

Beobachtungstipp

Graugänse lassen sich gut an Seen, Flüssen und auf Wiesen beobachten, besonders in den frühen Morgen- und Abendstunden.

Auffällig sind ihre lauten Rufe und ihre Flugformationen, oft in V‑Form.

In vielen Regionen sind sie auch an Parkgewässern oder Stadträndern anzutreffen und dort wenig scheu.

Verbreitungskarte