Rotstirnamazone – Lautstarker Bewohner der Baumkronen

Allgemein

Aussehen

Die Rotstirnamazone besitzt den typischen kräftigen Körperbau von Amazonenpapageien mit kurzem Schwanz, breiten Flügeln und einem großen, stark gebogenen Schnabel.Das Gefieder ist überwiegend leuchtend grün und weist je nach Körperregion unterschiedliche gelbliche und bläuliche Farbtöne auf. Besonders auffällig ist die rote Färbung an Stirn und Vorderkopf, die sich bei manchen Individuen unterschiedlich weit nach hinten erstreckt. Die Wangen und Ohrdecken sind überwiegend gelblich, während die Federn an den Flügeln rote und blaue Bereiche zeigen, die vor allem im Flug sichtbar werden. Der kräftige Schnabel ist überwiegend hornfarben mit dunkler Spitze, die Iris erwachsener Vögel orange bis rotbraun.

Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich kaum und sind anhand des Gefieders meist nicht sicher zu bestimmen.

Jungvögel besitzen zunächst eine blassere Gesichtsfärbung, eine dunklere Iris und entwickeln die kräftigen Farben des Erwachsenengefieders erst mit zunehmendem Alter.

Verbreitung

Die Rotstirnamazone besitzt ein weitreichendes Verbreitungsgebiet von Mexiko über Mittelamerika bis in den Norden Südamerikas.

Sie kommt unter anderem in Belize, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Costa Rica, Panama, Kolumbien und Venezuela vor, wobei die genaue Verbreitung von der jeweiligen Unterart abhängt. In Costa Rica ist sie vor allem in den feuchten Tieflandregionen und an der Karibikküste verbreitet, kommt jedoch auch in geeigneten Lebensräumen der Pazifikseite vor.

In Deutschland ist sie nicht heimisch und tritt nur als gelegentlicher Gefangenschaftsflüchtling auf.

Die Art ist überwiegend ein Standvogel und bleibt ganzjährig in ihrem Lebensraum, wobei einzelne Tiere auf der Suche nach Nahrung größere Strecken zurücklegen können.

Lebensraum

Die Rotstirnamazone bewohnt vor allem tropische Tieflandwälder, feuchte Wälder und Waldränder, nutzt aber auch lichte Wälder, Savannen mit verstreutem Baumbestand und landwirtschaftlich geprägte Landschaften. Entscheidend sind ausreichend große Bäume, die sowohl Nahrung als auch geeignete Höhlen für die Brut bieten.

Die Art kann sich an vom Menschen veränderte Landschaften anpassen und wird deshalb auch in Plantagen, größeren Gärten und entlang von Waldrändern beobachtet.

Besonders günstige Bedingungen findet sie dort, wo ganzjährig fruchttragende Bäume vorhanden sind und größere zusammenhängende Waldflächen als Rückzugsgebiete erhalten geblieben sind.

Entwicklung

Die Jungvögel schlüpfen blind, nahezu unbefiedert und sind vollständig von der Versorgung durch die Eltern abhängig.

Mit zunehmendem Alter entwickeln sie ihr Gefieder und beginnen, die Bruthöhle zu erkunden.

Nach etwa acht bis zehn Wochen verlassen sie erstmals die Höhle und werden anschließend noch längere Zeit von den Eltern gefüttert.

Die Geschlechtsreife wird meist im Alter von drei bis fünf Jahren erreicht.

Fortpflanzung

Während der Balz zeigen die Partner ein enges Sozialverhalten mit gegenseitigem Gefiederputzen, Füttern und intensiven Kontaktrufen. Das Männchen präsentiert sich dabei häufig mit abgesenkten Flügeln und auffälligen Körperbewegungen.

Die Brutzeit liegt je nach Region meist in der Trockenzeit oder am Übergang zur Regenzeit und kann sich dadurch regional unterscheiden.

Rotstirnamazonen leben überwiegend in festen Paarbindungen und nutzen natürliche Baumhöhlen als Nistplätze. Diese wird mit wenig oder keinem zusätzlichen Nistmaterial ausgekleidet wird.

Das Weibchen legt gewöhnlich zwei bis vier Eier, die etwa 26 bis 28 Tage bebrütet werden.

Während dieser Zeit wird das Weibchen überwiegend vom Männchen mit Nahrung versorgt.

Nach dem Schlupf kümmern sich beide Eltern um die Aufzucht der Jungvögel.

Nahrung

Die Nahrung der Rotstirnamazone besteht überwiegend aus Früchten, Beeren, Samen, Nüssen und Blüten. Je nach Jahreszeit werden unterschiedliche Baum- und Pflanzenarten genutzt, wobei die Vögel häufig gezielt fruchttragende Bäume aufsuchen.

Mit ihrem kräftigen Schnabel können sie harte Schalen aufbrechen und auch größere Früchte bearbeiten. Die Nahrung wird meist in den Baumkronen aufgenommen, wobei die Papageien häufig mit den Füßen Nahrung festhalten und Stücke mit dem Schnabel herauslösen.

Durch die Aufnahme und Verbreitung von Samen trägt die Art zur natürlichen Regeneration der tropischen Wälder bei.

Besonderheiten

Rotstirnamazonen gehören zu den stimmgewandten Papageien und verfügen über ein vielseitiges Repertoire aus Rufen, Lautäußerungen und sozialen Kontaktrufen.

Paare bleiben meist eng miteinander verbunden und sind häufig gemeinsam bei der Nahrungssuche anzutreffen.

Innerhalb einer Gruppe können die Tiere durch ihre unterschiedlichen Rufe den Kontakt zueinander auch über größere Entfernungen halten.

Wie viele Amazonenpapageien besitzt die Art eine hohe Lebenserwartung und kann bei günstigen Bedingungen mehrere Jahrzehnte alt werden.

Beobachtungstipp

Die besten Chancen auf eine Beobachtung bestehen am frühen Morgen oder späten Nachmittag, wenn Rotstirnamazonen auf Nahrungssuche unterwegs sind.

Häufig machen sie bereits durch ihre lauten, rauen Rufe auf sich aufmerksam, bevor sie zwischen den Baumkronen sichtbar werden.

Besonders lohnend sind Waldränder, fruchttragende Bäume und offene Landschaften mit größeren Einzelbäumen.

Im Flug sind die roten und blauen Flügelpartien gut zu erkennen.

Verbreitungskarte