Rotaugenlaubfrosch – Ikone des tropischen Regenwaldes

Allgemein

Aussehen

Der Rotaugenlaubfrosch besitzt einen schlanken Körper mit langen Beinen und großen Haftscheiben an den Zehen, die ihm das sichere Klettern auf Blättern und Ästen ermöglichen. Seine Oberseite ist überwiegend kräftig grün gefärbt, während die Flanken auffällige blau-violette Bereiche mit hellen Querstreifen zeigen. Besonders charakteristisch sind die großen, intensiv roten Augen mit senkrechten schwarzen Pupillen sowie die orangefarbenen bis rötlichen Füße. Die Bauchseite ist hell cremefarben bis weißlich.

Weibchen werden deutlich größer und kräftiger als Männchen, während sich die Geschlechter in ihrer grundsätzlichen Färbung nur wenig unterscheiden.

Jungfrösche sind zunächst weniger intensiv gefärbt; insbesondere die typische rote Augenfarbe entwickelt sich erst im Verlauf ihrer Entwicklung vollständig.

Verbreitung

Der Rotaugenlaubfrosch ist in den tropischen Regionen Mittelamerikas verbreitet. Sein Verbreitungsgebiet reicht vom südlichen Mexiko über Belize, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Costa Rica und Panama bis in den Norden Kolumbiens.

In Costa Rica ist die Art sowohl an der karibischen als auch an geeigneten pazifischen Tieflandregionen anzutreffen. Sie kommt überwiegend in warmen und niederschlagsreichen Gebieten vor und ist besonders dort häufig, wo geeignete Fortpflanzungsgewässer vorhanden sind.

Lebensraum

Rotaugenlaubfrösche bewohnen feuchte tropische Tiefland- und Vorgebirgswälder sowie Waldränder und andere vegetationsreiche Lebensräume. Entscheidend ist die Nähe zu stehenden oder langsam fließenden Gewässern, die während der Fortpflanzung benötigt werden.

Die Frösche halten sich einen großen Teil ihres Lebens in Sträuchern und Bäumen auf und nutzen breite Blätter als Ruheplätze. Tagsüber schlafen sie häufig auf Blattunterseiten und ziehen ihre Beine eng an den Körper, sodass die auffälligen Flanken und Füße verborgen bleiben. Mit Einbruch der Dunkelheit werden sie aktiv und bewegen sich durch die Vegetation.

Entwicklung

Nach dem Schlupf leben die Kaulquappen zunächst vollständig im Wasser und ernähren sich dort überwiegend von pflanzlichem und organischem Material.

Während der Metamorphose entwickeln sich zunächst die Hinter- und anschließend die Vorderbeine, während der Schwanz allmählich zurückgebildet wird. Nach mehreren Wochen verlassen die jungen Frösche das Wasser und wechseln zu einer überwiegend baumbewohnenden Lebensweise.

Junge Rotaugenlaubfrösche sind zunächst kleiner und weniger intensiv gefärbt als ausgewachsene Tiere. Mit zunehmendem Alter entwickeln sich die charakteristischen kräftigen Farben und die auffälligen roten Augen.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzungszeit fällt überwiegend in die regenreiche Jahreszeit, wenn zahlreiche temporäre und dauerhafte Gewässer zur Verfügung stehen.

Nach Einbruch der Dunkelheit rufen die Männchen aus der Vegetation und versuchen damit, Weibchen anzulocken und ihre Position gegenüber anderen Männchen zu behaupten.

Bei der Paarung umfasst das Männchen das Weibchen auf dessen Rücken. Das Weibchen legt gewöhnlich mehrere Dutzend Eier in einer gallertartigen Masse auf Blätter, die über einem Gewässer hängen.

Nach ungefähr sechs bis zehn Tagen schlüpfen die Kaulquappen und fallen direkt in das darunterliegende Wasser, wo sie ihre weitere Entwicklung fortsetzen.

Nahrung

Der Rotaugenlaubfrosch ernährt sich hauptsächlich von Insekten und anderen kleinen Wirbellosen. Zum Beutespektrum gehören unter anderem Grillen, Motten, Fliegen und verschiedene Käfer.

Die Frösche jagen überwiegend nachts und warten häufig auf Blättern oder Ästen, bis sich ein geeignetes Beutetier nähert.

Dieses wird mit einem schnellen Sprung und der klebrigen Zunge ergriffen. Größere Exemplare können gelegentlich auch sehr kleine Wirbeltiere erbeuten.

Besonderheiten

Die auffällige Färbung des Rotaugenlaubfrosches dient nicht nur der Wiedererkennung, sondern kann auch zur Abwehr von Fressfeinden beitragen. Im Ruhezustand sind die roten Augen sowie die blau gefärbten Flanken und orangefarbenen Füße weitgehend verborgen; wird der Frosch aufgeschreckt, erscheinen diese Farben plötzlich und können einen Angreifer für einen kurzen Moment irritieren.

Besonders bemerkenswert ist auch die Entwicklung der Embryonen: Bei unmittelbarer Gefahr durch Fressfeinde können sie früher als gewöhnlich aus der Eihülle schlüpfen und ins Wasser fallen.

Die großen Haftscheiben an den Zehen ermöglichen selbst auf glatten und feuchten Blättern sicheren Halt. Durch seine intensive Färbung und die großen roten Augen gehört der Rotaugenlaubfrosch zu den bekanntesten Tierarten der mittelamerikanischen Regenwälder.

Beobachtungstipp

Die besten Chancen zur Beobachtung bestehen in warmen, feuchten Nächten während oder nach Regenfällen.

Besonders erfolgversprechend sind dicht bewachsene Bereiche rund um Waldteiche, Tümpel und langsam fließende Gewässer, wo während der Fortpflanzungszeit zahlreiche Männchen rufen können.

Tagsüber sind die Frösche deutlich schwieriger zu entdecken, da sie regungslos auf Blattunterseiten ruhen und ihre auffälligen Körperfarben weitgehend verbergen.

Verbreitungskarte