Sperlingskauz – Die kleinste Eule Europas
Allgemein
Aussehen
Der Sperlingskauz ist eine sehr kleine, rundköpfige Eule ohne Federohren. Das Gefieder ist braun mit hellen Flecken auf der Oberseite und einer hellen, fein gestrichelten Unterseite. Auffällig sind die gelben Augen und die hellen „Augenflecken“ im Nacken, die wie ein zweites Gesicht wirken können.
Männchen und Weibchen sehen sehr ähnlich aus, Weibchen sind jedoch meist etwas größer.
Jungvögel wirken insgesamt etwas dunkler und weniger kontrastreich gefärbt.
Verbreitung
Der Sperlingskauz ist in den borealen Nadelwäldern Europas und Nordasiens verbreitet. In Mitteleuropa kommt er vor allem in Gebirgsregionen vor, wo größere zusammenhängende Nadelwälder vorhanden sind.
In Deutschland liegt sein Schwerpunkt in den Alpen sowie in einigen Mittelgebirgen.
Als überwiegend standorttreue Art bleibt er meist ganzjährig im gleichen Gebiet.
Lebensraum
Der Sperlingskauz bevorzugt strukturreiche Nadel‑ und Mischwälder mit hohem Anteil an Fichten oder Tannen.
Wichtig sind alte Baumbestände mit Höhlen, die meist von Spechten stammen und als Brutplatz genutzt werden.
Besonders geeignet sind Wälder mit Lichtungen, Waldrändern und abwechslungsreicher Struktur, die gute Jagdmöglichkeiten bieten.
Brut
Nest: Baumhöhle, meist alte Spechthöhle
Balz: Februar–April
Brutzeit: April-Juni
Bruthäufigkeit: 1 Brut mit 3–6 Eiern
Brutdauer ca. 28-30 Tage
Nest-/Ästlingszeit: ca. 30-34 Tage
Nahrung
Die Nahrung des Sperlingskauzes besteht überwiegend aus kleinen Säugern und Vögeln. Häufig erbeutet er Mäuse, Meisen oder Finken, gelegentlich auch größere Insekten.
Trotz seiner geringen Größe ist er ein sehr entschlossener Jäger und kann sogar Vögel erbeuten, die größer sind als er selbst, wie etwa eine Singdrossel.
Der Sperlingskauz ist eine der wenigen Eulenarten, die regelmäßig tagsüber jagt. Außerdem legt er häufig Vorräte aus erbeuteten Kleinvögeln und Mäusen in Baumhöhlen oder Astlöchern an.
Beobachtungstipp
Am ehesten in der Morgen‑ und Abenddämmerung zu beobachten.
Während der Balzzeit verraten die Männchen ihren Standort durch hohe, weit tragende Pfeifrufe. Ohne diese Rufe nur sehr schwer zu entdecken.
Gute Chancen bestehen in strukturreichen Nadelwäldern der Mittelgebirge und Alpen.